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Die Anisometropie

Was ist Anisometropie

Anisometropie-Screening bei Kindern

Unter Anisometropie versteht man einen klinischen Zustand, bei dem die beiden Augen eine unterschiedliche Brechkraft aufweisen. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass ein Auge anders sieht als das andere: Beispielsweise kann ein Auge stark kurzsichtig sein, während das andere nur eine leichte Sehschwäche hat, oder ein Auge ist kurzsichtig und das andere weitsichtig (ein spezieller Zustand namens Antimetropie).

Dieser Unterschied ist sehr häufig. Wenn er jedoch 2 oder 3 Dioptrien überschreitet, kann dies das visuelle System ernsthaft belasten, da es für das Gehirn schwierig wird, die beiden unterschiedlichen Bilder zu einem einzigen zu verschmelzen.

Die Risiken: Das träge Auge (Amblyopie)

Das Hauptrisiko, insbesondere bei Kindern, ist die Entwicklung einer Amblyopie (Schwachsichtigkeit). Wenn das Gehirn von einem Auge ein scharfes und vom anderen ein unscharfes Bild erhält, neigt es dazu, das schwächere Auge "abzuschalten", um Verwirrung zu vermeiden. Wenn dies nicht rechtzeitig korrigiert wird, kann dies zu einem dauerhaften funktionellen Sehverlust des betroffenen Auges und in einigen Fällen zu Schielen führen.

Symptome und Beschwerden

Personen, die an unkorrigierter Anisometropie leiden, berichten häufig über Symptome im Zusammenhang mit visueller Ermüdung (Asthenopie):

  • Kopfschmerzen (Cephalgie) und ein Druckgefühl in den Augen.
  • Schwierigkeiten bei der längeren Fixierung bewegter Objekte.
  • Schwindelgefühle und in schweren Fällen Doppeltsehen (Diplopie).
  • Die Tendenz, ein Auge zuzukneifen, um besser sehen zu können.

Die Lösungen: Mehr als nur eine einfache Brille

Wenn der Unterschied zwischen beiden Augen groß ist, kann eine einfache Brille zu Aniseikonie führen: Die von den beiden Augen wahrgenommenen Bilder haben unterschiedliche Größen, was binokulares Sehen unmöglich macht.

Individuelle Kontaktlinsen
Sie minimieren den Größenunterschied der Bilder und fördern die binokulare Verschmelzung wesentlich effektiver als herkömmliche Brillen.
Refraktive Chirurgie
Eine Laserbehandlung kann eine dauerhafte Lösung sein, um die Brechkraft beider Augen anzugleichen und eine Amblyopie durch "Nichtgebrauch" zu verhindern.

In komplexen Fällen oder bei im Erwachsenenalter aufgetretenen Beschwerden (z. B. nach einem Trauma) muss die optische Korrektur häufig durch ein binokulares Training begleitet werden. Durch gezielte orthoptische Übungen wird das Gehirn wieder daran gewöhnt, beide Augen gemeinsam zu nutzen.

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